Blind Ego. Als ich sah, in welcher Location das Ganze stattfindet, musste ich schon zweimal hinsehen. Im Abseits? Wie sollen denn die Leute dort alle Platz haben? Doch als es dann schließlich losging, war ich baff. Ein derart intensives Konzert habe ich selten erlebt. Eines der ersten Konzerte, auf denen ich in meiner noch relativ jungen Weggehkarriere von Anfang bis Ende blieb. Der Start der Blind Ego Europatour entpuppte sich als voller Erfolg. Die Songs aus dem neuen Album "Numb", die einem die Ohren freipusten, unter die Haut gehen und die man tief in sich drin noch spüren kann, begeisterten nicht nur mich. Im Gegensatz zum Mirror - Album waren die neuen Lieder härter veranlagt, was bei vielen Bands schief geht. Bei Blind Ego erkennt man jedoch eine Weiterentwicklung. "Mirror" war stark, keine Frage. "Numb" setzt dem Topf jedoch noch den Deckel drauf. Ein vollkommenes Album, die Gitarrensoli von Kalle Wallner stehen denen David Gilmours in fast nichts nach. Lieder wie
Guilt oder
Death zeigen den Leuten, dass mit dem neuen Album ein echter Hit im Anflug, beziehungsweise gelandet ist. Sänger Paul Wrightson verleiht dem Silberling eine unverwechselbare Note. Seinem Gesang ist es auch zu verdanken, dass sich "Numb" in die Herzen der Psychedelic - Fans festsetzen wird. Man darf gespannt sein, ob RPWL auf dem Uferlos dieses Konzert im Abseits toppen kann. Schließlich wird dort ein Pink Floyd Special gespielt.
Ach ja, eines noch: Das Abseits war im Nachhinein bestens gewählt. Hautnah an derartigen, hier ist das Wort in der Tat angebracht, Künstlern dran zu sein, ist ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Der Stimmung tat auch ein kurzer Stromausfall keinen Abbruch.
Mit drei Worten: Ein wahnsinniger Abend!
Text von dadone