Liebe Musikgemeinde, Angehörige und Trauergäste,
wir sind hier zusammengekommen, um in diesem Requiem der Band
Crank zu gedenken - einer 4köpfigen Combo bestehend aus
GregDK an Gitarre und Gesang,
Hanswurst Jun. an der zweiten Gitarre,
Güntha am Bass und
N.Bates an den Sticks - die an diesem Abend zum letzten Mal die Bühne betrat. Eine Band, die mit ihrer "cranken" Mischung aus alternativen Rock und wüsten Noiseattacken - gezeichnet durch verschrobenes Drumming und irrwitzigen Basslines und unkonventionellen Gitarrenriffs - für eine ganz eigene Interpretation von Musik in Freising stand. Seit 2003 beehrte uns diese Noisekapelle in unserer Gemeinde, mit relativ seltenen Shows, diese aber umso intensiver. Durch gute wie auch schlechte Tage führte der Weg des Schicksals und Crank nahm jede Klippe souverän, bis zum letzten Tag.
Liebe Trauergäste, dieses ehrenhafte Mitglied unserer "kleinen" Musikgemeinde *räusper* spielte im direkten Angesicht des Todes noch einen letzten Gig, ganz im Sinne ihrer Bandphilosophie - verschroben, eigensinnig, mit Wendungen die ins Ohr gehen, betont schräg und mit unverkennbar eigener Note, verrückt, griesgrämig und diesmal mit Papiertüten und Latexmasken über die Köpfe gezogen. Als sich der Todgeweihte nach seinem ersten Gastspiel zur letzten Salbung hinter der Bühne zurückzogen hatte, zelebrierte Spoken Word-Künstler und National Poetryslam Teilnehmer Herr Linner eine Grabesrede in
Ode I und II, bevor die Band ihren letzten Gang auf die Bühne antrat. Und so ging es im direkten Angesicht des Endes weiter und die Mannen um GregDK gaben - nun unmaskiert - zum letzten Male "richtig Gas", entschuldigen sie diesen Begriff, liebe Gemeinde. Aber man muss dies so sagen, denn während der erste Teil des letzten Trauerganges noch etwas verhalten war - wie wenn die Band unter ihren Masken gefangen gewesen wäre - war im zweiten Teil dieses ehrwürdigen Abends alles geboten, für was Crank in seinem besten Tagen im vollen Safte des Lebens stand. Wahrlich unchristliche Noiseattacken gepaart mit einem Gesang, der hier und da an einen Herrn Molko erinnerte, zusammen mit einer so gar nicht ruhigen oder liturgischen Show. Und ja, besonders wenn Hanswurst Jun. mit wildem Blick und voll in seinem Element über die Bühne oder auch mal mitten ins Publikum stürmte, war ein Abend mit Crank perfekt - ein Anblick an den wir uns, liebe Gemeinde, noch lange gerne erinnern werden. Denn diese Band scherte sich Zeit ihres Lebens nie etwas um Konventionen, weder was Songwriting noch was ihre Auftritte betraf und so war sie ein kleines verschrobenes Juwel in der Freisinger Szene - so trauern wir umso mehr um sie.
Doch darf nicht vergessen werden - der Tod ist eine Sache der wir nicht entgehen können und wie wir uns aus der Asche erheben, so gehen wir wieder in Asche - Asche zu Asche und Staub zu Staub. Und wenn verschiedene Einflüsse unvereinbar werden innerhalb einer Band, wie bei Crank geschehen, so dürfen wir nicht verzweifeln. Denn so wie sich Bands trennen, wird uns trotzdem in Zukunft die Hoffnung bleiben, dass sich aus der Asche der Band Crank wieder neue Bands erheben werden.
Doch nun wollen wir ersteinmal Trauern und in diesem Sinne wollen wir das Requiem an Crank beschließen:
Ruhe in Frieden Crank, du wirst uns fehlen. Amen.
Text von Schneidermeister